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Die dreistesten Werbelügen im Imbiss

Wer zum Imbiss geht und sich etwas von der Speisenkarte bestellt, erhält nicht immer das gewünschte oder das was er eigentlich bestellt hat. Die dreistesten Werbelügen bleiben oftmals unentdeckt und sind teilweise sogar ganz legal. Man muss halt nur drauf achten wie es umschrieben oder beschrieben wird. Da wir ja hier im Imbiss & Partyservice- Bereich sind, fangen wir doch mal mit dem Wiener Schnitzel an.

Das Wiener Schnitzel

Als Wiener Schnitzel darf man es nur nennen wenn es aus Kalbsfleisch hergestellt ist. Dieses ist dreimal so teuer als andere Fleischsorten und es ist schon eine dreiste Werbelüge, wenn es aus Schweinefleisch oder Putenfleisch hergestellt wird. Dann darf man es ausschließlich nur als “Schnitzel nach Wiener Art” deklarieren. Erkennen kann man es bei der Panade sicherlich nur sehr schwer. Ein Anhaltspunkt sollte aber eine dunklere Farbe des Fleisches sein, dass aber wohl nur Kenner erkennen.

Mineralwasser

Manchmal bist auch du als Kunde selber Schuld, wenn du etwas bestellt und etwas ganz anderes bekommst als du denkst. Bestellst du “Ein Wasser” wird dir oftmals auch nur ein “Tafelwasser” hingestellt und kein Mineralwasser. Der Unterschied ist kaum zu erkennen, aber Tafelwasser ist nichts anderes als stinknormales Leitungswasser mit Kohlensäure versetzt. Kostet natürlich nur einen Bruchteil und hier wird einem sehr gerne eine dreiste Werbelüge aufgetischt. Wenn du also ein Mineralwasser bestellst, sollte das eine geschlossene Flasche sein, die erst am Tisch geöffnet wird. Sonst kann es passieren, dass die billiges Discounter-Tafelwasser oder Wasser aus der Leitung mit CO2 untergejubelt wird. Da ich selber 10 Jahre bei einem großen Getränke Konzern in der Technik gearbeitet habe, kenne ich solche “Tafelwasser” Anlagen. Diese sind auch völlig legal und legitim, aber auf der Speisekarte dürfen solche Wässerchen nur als “Tafelwasser” und nicht als Mineralwasser ausgegeben werden.

Die dreistesten Werbelügen

Latte Macciato & Milchkaffee

Na, was ist denn der Unterschied zwischen einem Latte Macciato und einem Milchkaffee? Öhm, da gibt es keinen und das eine ist halt nur ein deutsches Wort? FALSCH! Auch hier gibt es sehr oft eine dreiste Werbelüge. Wenn du einen Latte Macciato bestellst, muss dieser mit Espresso gemacht werden. Bei einem Milchkaffee wird normaler Bohnenkaffee benutzt. Also hier im Cafè oder im Restaurant genau aufpassen was du bestellst und was du letztendlich auch bekommst. Die normale Rezeptur ist übrigens 1/3 Milch, 1/3 Espresso, der sich mit der unteren Milch einfärbt und oben drauf nochmals 1/3 Milchschaum. Daher kommt auch der Name Latte Macciato -> gefleckte Milch.

Käseimitat

Ein Käseimitat ist günstiger in der Herstellung und gerade Pizzerien täuschen mit dieser dreisten Werbelüge gerne ihre Kunden. Das Imitat besteht aus Wasser, Pflanzenfett, Milcheiweiß, Stärke, Aromen und Geschmacksverstärkern. Erkennen kann man es daran, dass bei einem Käseimitat keine typischen “Ziehfäden” entstehen und auf der Speisekarte “Pizzabelag mit Pflanzenfett” stehen sollte. Das wird allerdings gut getrickst mit “überbacken”. Weitere Hinweise sind Geschmacksverstärker und eventuell Farbstoffe.

Schinkenimitat

Da wir ja gerade schon bei der Pizza sind, machen wir mal mit dem Schinkenimitat oder auch bekannt als Formfleisch-Schinken weiter. Auch hier lauert die dreiste Werbelüge auf der Speisenkarte. Sie bstehen zu 40% – 60% aus Schinken und der Rest setzt sich aus Wasser, Stärke und Eiweiß zusammen. Erkennungsfaktor ist gleich Null, da man es oftmals nur unter dem Mikroskop erkennen kann. Die richtige Kennzeichnung wäre “Pizzabelag aus Vorderschinken nach Brühwurstart zusammengefügt” Habe ich bislang noch nirgendwo so auf einer Speisenkarte so gesehen…

Suppe nach Hausmacher Art

Na, was verstehst du denn wohl unter dieser dreisten Werbelüge? Öhm, ja ne Suppe die der Chefkoch selber zusammen gebrutzelt hat? Nein, wieder Falsch! Eine Suppe nach Hausmacher Art kann auch aus der Dose kommen. Hier sollte man auf die Zutaten in der Suppe achten und bei einer echten Hausmacher-Suppe erkennt man noch Zwiebelstücke, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren usw. Dosen-Suppen sind hier oftmals dickflüssiger und haben einen kräftigeren Geschmack durch die Geschmacksverstärker. Letzteres müsste auch auf der Speisekarte vermerkt sein.

Frische Waffeln

Hier versteht der Gast oftmals auch, dass der Koch den Teig selber frisch herstellt und dann in einem Waffeleisen backt, aber das ist auch nicht immer so. Frische Waffeln erkennt man nur am Geruch und das sie “knusprig” sind. Schmecken sie pappig oder sind in der Form zu “perfekt” sind es entweder maschinell hergestellt Waffeln oder sie bestehen aus einer billigen Teigmischung!

Frische Frühkartoffeln

Ob die Kartoffeln wirklich frisch sind oder man einer dreisten Werbelüge aufsitzt erkennt man nur an der Form der Kartoffeln und der Farbe. Sind sie zu perfekt rund und relativ hell, sind es maschinell bearbeitete Kartoffeln. Wirklich frische Kartoffeln, vom Koch selber geschnibbelt, sind kräftig gelb und haben typische Schnittkanten. In der Speisekarte müssen die falschen “mit Geschmacksverstärker” und/oder “Farbstoff” gekennzeichnet werden.

Hausgemachtes Kartoffelgratin

Zum Abschluss kommen wir mal wieder auf den Partyservice Bereich zurück und hier hat man auch kaum eine Chance diese dreiste Werbelüge zu entlarven. Auch TK Ware (Tiefkühlware) darf man als Hausgemachtes Kartoffelgratin verkaufen und muss es in der Speisenkarte nur als “mit Farbstoff” kennzeichnen. Dadurch das Saucen und/oder Käse obendrauf sind kann man es kaum erkennen.

[Imbiss] Das Märchen vom schnell reich werden

Das Internet ist übersät von Anfragen aller Art für “Imbiss und reich” werden. In einigen Foren habe ich auch schon gelesen, dass dort nahezu täglich Anfragen kommen, für Neugründungen eines Imbiss Betriebes oder eines Party Service. Daher will ich hier einmal das Märchen vom schnell reich werden erzählen und warum alle denken, man könne mit einem Partyservice oder Imbiss von null auf Hundert durchstarten.

Der Schein trügt

Jeder kennt mit Sicherheit einen gut laufenden Imbiss, Partyservice oder Kaffeefritzen in seiner Stadt und wenn man die Leute fragt, kommt immer wieder dieselbe Antwort: BOAH, bei dem ist immer was los und der muss ja sooo gut verdienen. Den Stellplatz hätt ich auch gerne und dann endlich wäre ich auch reich…

Leute vergesst es! denn der Schein trügt hier ganz gewaltig. Sicherlich ist ein guter Stellplatz auch ein Garant für sichere und gute Einnahmen, aber glaubt mal ja nicht, dass es noch “sehr gute” Stellplätze in eurer Stadt gibt, denn die sind alle vergeben und daran zu kommen ist nahezu unmöglich. Gute Stellplätze werden in der Regel vererbt oder für teures Geld verkauft. Zu verschenken hat keiner etwas und gerade als Anfänger wird man ohne Vitamin B nicht an solche Stellplätze kommen.

Imbiss Reich

Der Schein trügt noch mehr

Auch wenn man einen guten Stellplatz für seinen Imbiss oder Partyservice gefunden hat, ist immer noch nicht Gold in Sichtweite, denn man muss das Ganze betrachten und nicht nur einen klitzekleinen Ausschnitt. Wenn du jeden Tag an einem Imbisswagen vorbei kommst und dort dann viel los ist, dann kann das auch ganze einfach daran liegen, dass gerade Rush Hour ist und jetzt sowieso alle Leute essen wollen. Ein Arbeitstag hat aber mehr wie nur 3 Stunden und was ist mit der restlichen Zeit?

Tote Hose

Genau, da ist dort nämlich tote Hose! Es ist ja toll wenn dein Catering oder Imbiss in Stoßzeiten wie Hölle rennt und du ohne Ende Waren an den Mann oder die Frau bringst, aber man sollte das drumherum nicht vergessen. Ein normaler Arbeitstag dauert im Imbissbereich schon mal 10 Stunden und länger. In dieser Zeit verkauft man innerhalb von 3 Stunden sehr gut und die restlichen 7 Stunden sind normal bis mau. Ach ja, und das unsichtbare, wie Stellplatzkosten, Mitarbeiterlöhne, Stromkosten usw. bitte nicht vergessen. Man darf sich also nicht nur den kleinen Ausschnitt ansehen, sondern sollte den ganzen Bereich beleuchten.

Die Fakten

Einen Partyservice oder Imbiss zu gründen ist grundsätzlich eine gute Sache. Know how und eine Schippe voll Geld Startkapital natürlich vorausgesetzt, aber vergesst es, dass die Welt genau auf euch gewartet hat. Gute Plätze sind schon lange vergeben und auch im Imbiss- oder Catering Bereich geht ohne Fleiß gar nichts. Hier muss genauso gearbeitet werden, wie in anderen Bereichen und als Selbständiger muss man sogar noch mehr arbeiten, als in einem normalem Job.

Ein Fazit

Ich arbeite jetzt schon seit knapp 20 Jahren im Imbissbereich und ich kenne absolute Top Plätze und weiß auch wie der Hase läuft. Nur komme selbst ich nicht an alle guten Stellplätze und für meinen Erfolg muss ich mehr tun, wie andere, die einen normalen Job haben. Sicherlich habe ich mir schon gute Stellplätze “erarbeiten” können und das alles geht nicht von heute auf morgen. Jeder Erfolg ist mit knüppelharter Arbeit verbunden und geschenkt wird einem nichts.

Man kann auch heutzutage immer noch sehr gut verdienen und sich auch gute Stellplätze sichern, aber das alles geht nicht ohne viel Fleiß und Geduld. Man muss sich jeden Tag neu erfinden und immer am Ball bleiben, dann klappt es eventuell auch mal mit dem reich werden ;)

Dieser Artikel soll euch auch nicht runterziehen, aber man sollte solche schnell-Reich-Gedanken immer realistisch sehen und glaubt auf keinen Fall an Märchen die euch erzählt werden…

Warum man von manchen Pommes noch mehr Hunger bekommt

Pommes, das sind doch einfach nur Kartoffeln, die man in die Fritteuse wirft und dann frittiert. Danach ein wenig Salz drauf und fertig ist der leckere Snack, der zwar nicht ganz kalorienarm ist, aber der lecker schmeckt und satt machen sollte. Bei manchen Pommes bekommt man aber nach kurzer Zeit wieder Hunger und kann noch mehr essen. Ja aber warum ist das so?

Pommes old school

Wie oben schon beschrieben sollen richtig leckere Pommes eigentlich nur aus Kartoffeln bestehen und aus mehr nicht. Hier nimmt man idealer Weise holländische Pommes. Nein nicht diese dicken Dinger, sondern gemeint sind hier die holländischen Kartoffeln. Die Kartoffelsorte Bintje ist eine festkochende Kartoffel, die ideal für leckere Pommes ist. Nimmt man weichkochende oder mittelfeste Kartoffelsorten, werden diese nach dem frittieren oft labbrig und das kennt der ein oder andere bestimmt aus den diversen Burger Filialen. Das jetzt aber nur ganz grob beschrieben denn hier gibt es noch weitere Faktoren. Dazu aber später mehr, in einem weiteren Artikel.

in der Gastronomie

Für die Großverbraucher, wie auch wir einer sind, werden diese nach dem schneiden durch ein Pommes-Gitter ganz kurz in kaltes Pflanzenöl eingetaucht. Das hat mehrere Vorteile. Zum einen kleben die frischen Kartoffel-Stäbchen dann nicht aneinander und zum zweiten bleibt dort dann das Wasser und die Kartoffelstärke enthalten. So hergestellte Pommes sind ca. 14 Tage haltbar bei 7° Kühlung.

zu Hause

Die Pommes für zu Hause, die man aus dem Supermarkt kennt und die gefroren sind, werden ebenso behandelt und nach dem schneiden einfach nur in heißem Pflanzenfett kurz gebadet (an-frittiert) und nach dem Abtropfen Schock-gefrostet. So bleiben auch alle Inhaltsstoffe vorhanden und diese können dann auch ganz einfach im Backofen zubereitet werden.

Pommes Hunger

Pommes mit Zucker?!

Kommen wir jetzt aber mal zum eigentlichen Thema, warum man von manchen Pommes noch mehr Hunger bekommt oder nach sehr kurzer Zeit wieder etwas essen könnte. Hier nehmen wir mal die großen Burger Ketten als negativ Beispiel, denn diese tauchen ihre frischen Kartoffelstäbchen nicht einfach nur in Pflanzenöl sondern nutzen neben Pflanzenöl, Zitronensäure auch oftmals noch zusätzlich eine Trauben-Zuckerlösung. Der Leser wird sich nun wundern warum denn da Zitronensäure & Zucker beigemischt wird? Nun zum einen werden die Pommes dadurch länger haltbar, da die Zitronensäure konservierend wirkt und zum anderen werden sie süßer. Süßer, aber da kommt doch hinterher noch Salz drauf? Ja richtig, aber die süß, salzig Kombination macht den Geschmack kräftiger und stärkt das Verlangen auf noch mehr von den gelben Stäbchen. Nach neusten Forschungen wird der Zucker vom Körper ebenfalls in Fett umgewandelt und deswegen machen diese Pommes sogar noch fetter als das darin enthaltene Fett.

Natriumsäure Phosphat

Es wird sogar noch schlimmer, denn in diesen Pommes befindet sich auch noch Natriumsäure Phosphat und das ist zwar auch in Muffins, Waffeln, Pfannkuchen und weiteren Lebensmitteln enthalten, aber das macht sie noch haltbarer und so behalten die Pommes ihren “frisch frittiert” Anstrich. Kennst du bestimmt auch, dass man das Fast Food von Burger Ketten “ewig” lagern kann ohne das es anfängt zu schimmeln. Alles aber erlaubt und auch zulässig. Nur gehört es nach meinem Geschmack nicht dort rein…

Fazit

Pommes sind im Grunde immer aus Kartoffeln geschnitzte Stäbchen, aber es kommt auf die Vor- Behandlung an. Die großen Ketten behandeln hier die Kartoffeln mit, in meinen Augen, unnötigen Zusatzstoffen und sind dadurch auch ungesünder, da sie zu noch mehr Hunger führen und durch den Trauben-Zuckeranteil machen sie noch dicker als fast unbehandelte Kartoffeln. Wer gute Pommes essen möchte, sollte sich auch mal das verwendete Fett/Öl zeigen lassen. Viele Imbissbuden sparen hier und nehmen nur minderwertige Blockfette und diese schmecken auch dementsprechend. Wir selber nehmen grundsätzlich nur unbehandelte und frische Kartoffeln (keine Tiefkühlware) und auch nur flüssige, hochwertige Öle. Dadurch werden unsere Pommes knackig, durch das zweimalige frittieren und schmecken auch noch lecker, da unbehandelt und frisch…

Kleiner Tipp am Rande

Wenn es in einer Frittenbude oder an einem Imbisswagen nach Frittierfett riecht ist es entweder alt oder minderwertig! Frisches und gutes Pommes-Öl ist geruchsneutral und es riecht höchstens nach leckeren Pommes. Dann besser umdrehen und woanders kaufen.